Mit Human Centered Innovation mehr Menschen erreichen & neue Geschäftsfelder etablieren

geschrieben am 14. Dezember 2021 von Verena Kroupa

Im Innovation Agent Academy Lehrgang „Human Centered Innovation & Design Thinking“ entwickeln die Teilnehmer*innen Innovationsstrategien für ein Sozialunternehmen. Die diesjährige Challenge für den Lehrgang, an der seit November 2021 fünfzehn Teilnehmer*innen arbeiten, hat die Volkshilfe Oberösterreich gestellt. Im Interview erzählt die stellvertretende Vorsitzende der Volkshilfe Oberösterreich Maria Dietrich über die Themen, für die sich das Non-profit-Unternehmen Inputs und Ideen holt.

Die Kreislerin. credit Tom Mesic

Welche Vorteile bringt es einem Unternehmen, aktuelle Herausforderungen nach außen zu tragen?

Eins plus eins ist immer mehr als zwei. Die spannendsten Geschichten entstehen, wenn wir unterschiedliche Sichtweisen, Kompetenzen, Lebensläufe und Erfahrungen aufeinanderprallen lassen. Dort entsteht Neues! Bei der viel zitierten Disruption reden viele von Zerstörung. Ich sehe eher das, was Schumpeter mit Neukombination gemeint hat, eine Neukombination der „Bausteine“. Und wir haben tolle Bausteine in der Volkshilfe, die von Menschen und Werten geprägt sind.

Ich glaube, mit dem hoch motivierten und sehr sympathischen Team der Innovation Agent Academy (IAA) können hier neue Wege gefunden werden. Als Unternehmen der Sozialwirtschaft ist unser Budget für Innovation sehr beschränkt. Daher sind wir dankbar für inspirierende Kooperationen und wenn sie so professionell begleitet werden, wie das bei der Innovation Agent Academy der Fall ist, ist das ein unglaublicher Mehrwert für uns! Wir hoffen so noch weitere Ideen und Ansätze zu erhalten, mehr Menschen zu erreichen und neue Geschäftsfelder zu etablieren.

Mit welchen Herausforderungen hat sich die Volkshilfe Oberösterreich an die IAA gewandt?

Viele verbinden die Volkshilfe Oberösterreich wahrscheinlich mit Pflegedienstleistungen und als Kämpferin in der Flüchtlings- und Migrant*innen-Betreuung. In Oberösterreich gehören wir zu den größten Re-Use-Betrieben. Jedes Jahr spenden uns Oberösterreicher*innen rund 2,6 Tonnen Altkleider und wir bereiten fast 1,3 Tonnen Mobiliar, Hausrat und Geräte für den Weiterverkauf auf.

Wir haben dafür Shops, die eine Gegengewicht zur Fast Fashion darstellen sollen und u.a. Menschen, bei denen es finanziell knapp ist, günstige Artikel bieten. Second Hand ist en vogue, Vintage total in – diesen Trend wollen wir nutzen. Wir geben Waren und Kleidung eine zweite, dritte oder vierte Chance. Mit der Kreisler*in in der Tabakfabrik haben wir schon ein erstes Konzept ausgerollt, um mehr Menschen mit unseren Schätzen zu erreichen.

Die Kreislerin. credit Tom Mesic

Welche Erwartungshaltung habt ihr in Bezug auf die Outcomes der Innovation Agents?

Fast Fashion geht auf Kosten von Umwelt und Menschen. Die Herstellung eines T-Shirts braucht etwa 2.700 Liter Wasser. Pestizide, Chemikalien, Arbeitsbedingungen – wir wissen, dass das System purer Wahnsinn ist. Gleichzeitig haben wir vier Mal so viel Kleidung im Kleiderschrank wie noch vor 30 Jahren.

Die Kreislerin. credit Tom Mesic

Entsorgte Kleidungsstücke sind oft ungetragen. Laut einer Studie haben sie im Schnitte gerade mal 40% ihrer möglichen Lebensdauer hinter sich. Hier muss etwas getan werden. Als Volkshilfe wissen wir sehr gut, wie wir Menschen helfen können, die in prekären Situationen sind. Jetzt wollen wir noch mehr in den Bereich Kreislaufwirtschaft gehen und Alternativen zum gewohnten Konsum aufzeigen. Darin sind wir weniger geübt, aber sehr motiviert und wir haben auch schon einige Projekte erfolgreich positioniert. Wir sind überzeugt, mit der Innovation Academy sehr fundiertes Feedback zu erhalten, was bisher gut lief, was wir besser machen könnten und wo es noch Felder zu erobern gibt.

Credit Artikelbild: Tom Mesic

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